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Kronen Zeitung

vor 5 Stunden
Real MadridSpanien

EX-LEHRER PACKEN AUS

Als Alaba noch blond und ein cleverer Lauser war

Matthias Mödl

Besuch im Polgargymnasium in Wien. Hier war auch einst David Alaba Schüler. Zwei ehemalige Lehrer und die 55-fache Nationalspielerin Jasmin Eder, die mit Alaba auch schon in der Volksschule Hammerfestweg war, packten Geschichten von früher aus.


Eder, die in der Polgarstraße einst als erstes Mädchen in eine Burschen-Fußballklasse aufgenommen wurde erzählt: „David war schon in der Volksschule eine Persönlichkeit. Man kannte ihn und seine Fertigkeiten. Nach der Schule war er immer auf der großen Wiese in der Sandefjordgasse anzutreffen. Dort haben wir jeden Tag gezockt, die Torstangen waren immer zwei Schuhe. Wenn die Laternen angingen, wussten wir, dass wir nach Hause gehen sollen.“

Bild: Karlheinz Piringer

Ihr gemeinsamer Weg führte „Jassi“ und David über Austria Wien auch zu Bayern München. Jasmin erzählt: „Ich habe zwei Jahre in München gespielt, da hatten wir immer wieder Kontakt.“ Da Eder heute beim Österreichischen Fußballbund als Projektmanagerin arbeitet, treffen sie sich auch heute immer noch gelegentlich.

Bild: Matthias Mödl

„Herr Professor, was machen Sie denn hier?“
Karlheinz Piringer, der Alaba in der Fußballklasse der Polgarstraße eineinhalb Jahre unterrichtete, lächelt: „Er war ein cleverer Lauser, der einen sehr guten linken Fuß hatte und kreativ war. Es hat Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten. Aber dass er einmal so groß herauskommen würde, habe ich damals noch nicht gedacht.“ Zuletzt trafen sie sich einmal bei einem Training des Nationalteams beim Happel-Stadion. Als Alaba seinen früheren Lehrer sah, lachte er: „Herr Professor, was machen Sie denn hier?“

Alaba nennt ihn „Angielotti“
Ein großer Förderer von Alaba war Johannes „Angie“ Anglmayer, der 1998 die Fußballklassen im Polgargymnasium erfunden hat. David nennt ihn in Anlehnung an Carlo Ancelotti respektvoll „Angielotti“. Der Pädagoge, der ihn in der Polgarstraße dreieinhalb Jahre betreute, erzählt: „Für ihn war Fußball vom ersten Tag die absolute Nummer eins. Er hat jeden Tag an sich gearbeitet. Sein Talent und seinen Willen hat jeder erkannt, das war nicht schwer. David war auch schon damals eine große Führungspersönlichkeit auf dem Platz. Er war damals schon sehr gut, aber nicht herausragend. Zum Superstar wurde er bei Bayern München, wo er weiter ausgebildet und von Spitzentrainern und Mitspielern wie Franck Ribery gefördert wurde.“

Bild: Johannes Anglmayer

Alaba und Entrup kickten schon früher gemeinsam
Der Kontakt zwischen den beiden besteht weiter: „Ich war zweimal bei ihm zu Geburtstagsfeiern eingeladen, wir schreiben uns immer wieder. Als ich später am Ella Lingens Gymnasium war, ist er oft mit Freunden wie Philipp Koblischek, Daniel Luxbacher, Philip Petermann und Daniel Meindorfer zu unserem Weihnachtskickerl gekommen. Da hat er schon bei Bayern München gespielt. Das war für unsere Kinder natürlich ein Traum.“ Eines der Kinder hieß Maximilian Entrup, der vergangenes Jahr mit Alaba im EM-Kader von Österreich statt.

Alaba und Anglmayer verbindet auch die Liebe zur Musik. So arbeitet der frühere Lehrer heute auch als DJ: „Ich habe in der Pension sogar einen Kurs bei einem erfahren Disc Jockey gemacht. Mein Stammhaus ist das Vienna Marriott Hotel. Ich lege aber auch bei Hochzeiten, Geburtstagen und Schulbällen auf. Angefangen hat alles, als ich beim Stammersdorfer Winzerlauf für die Musik zuständig war. Ich mag es sehr, es hält mich jung.“ Sein Credo: „Ein guter DJ spielt das, was die Leute hören wollen. Bei der Jugend geht zum Beispiel ohne RAF Camora nichts.“

Bild: Johannes Anglmayer

Auch Höbinger und Hanshaw waren in der Polgarstraße
Zurück zum Polgargymnasium. In der fußballverrückten Schule fand diese Woche im 20. Jahr (!) das motorische Sichtungstraining für die kommende Mädchen-Fußballklasse statt. 26 Volksschülerinnen zeigten ihr Können. Viele von ihnen werden im Herbst in die Mädchenfußball-Klasse kommen – so wie einst auch die heutigen Teamspielerinnen Marie Höbinger (FC Liverpool) und Verena Hanshaw (West Ham United) oder eben auch Ex-Teamspielerin Jasmin Eder.

Bild: Karlheinz Piringer

„Mädchen sollen über Tellerrand schauen“
Direktorin Claudia Peltz sagte: „Spaß und Sport in Kombination mit Schule ist das Beste, was es gibt. Der Mädchenfußball hat bei uns schon eine lange Tradition und ist eines unserer Aushängeschilder.“ Christian Schlosser, Generalsekretär des Wiener Fußball-Verbands, und Franz Rikal, Leiter des Mädchen-LAZ und der Trainerausbildung im Wiener Fußball-Verband, betonten: „Wir unterstützen verschiedene Schulen intensiv. Ganz wichtig ist uns auch der soziale Aspekt. Es geht nicht nur um Fußball, sondern auch um die Ausbildung. Die Mädchen sollen über den Tellerrand hinausschauen.“

Mitarbeit: Sarah Königshofer


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